Sinn und Zweck dieser Seite ist es einen kurzen Einblick in die Sprache der Azteken zu gewähren. Man muß dazu wissen, dass die Azteken zur Ankunftszeit der Spanier noch keine Schrift in unserem Sinne kannten. Schriftliche Dokumente wurden in einer Bilderschrift dargestellt, deren Einzelelemente teils piktographischen, teils phonetischen Charakter hatten. Dies führte verständlicherweise dazu, dass die Spanier, meist Mönche, die Laute mit Hilfe ihres Alphabets so niederschrieben wie sie sie verstanden.
Im Folgenden werden wir nur einige wenige Verben und Substantive zur Veranschaulichung verwenden.
Ein ausführliches Wörterbuch, allerdings nur Nahuatl-Spanisch, kann man sich hier runterladen.
Sustantive: amoxtli (Buch), cihuatl (Frau), coatl (Schlange), calli (Haus), icpalli (Stuhl, Bank), nantli (Mutter), tatli (Vater), Teotl (Gott)
Verben: ihcuiloa (schreiben), pohua (lesen), tlacua (essen), tlahtoa (sprechen), ca (sein), pia (haben)
Personalpronomen
| Nehuatl |
Ich |
| Tehuatl |
Du |
| Yehuatl |
Er, Sie |
| Tehuantin |
Wir |
| Anmehuantin |
Ihr |
| Yehuantin |
Sie |
|
Possessivpronomen
| no |
mein |
| mo |
dein |
| i |
sein, ihr |
| to |
unser |
| anmo |
euer |
| in |
ihr |
|
| Beispiel 1: |
Nehuatl nipohua iamox. |
- Ich lese sein/ihr Buch. |
Beispiel 2: |
Monan |
- Deine Mutter. |
Beachte: Amoxtli wird zu amox, nantli verliert Endung !
Regel 1: Substantive verlieren ihre Endung -li, -tl, -tli wenn ein Possessivpronomen vorangeht. Das gleiche gilt auch für zusammengesetzte Substantive. Allerdings fällt hier die Endung des ersten Teils fort, z.B.: Teocalli - Gotteshaus oder Tempel
Pluralbildung
Die Pluralbildung ist nicht ganz einfach und es gibt mehrere Regeln.
- Substantive die auf -tli, -li enden tauschen diese Endung für -tin
- Substantive die auf -h, -c enden wechseln zu -ceh
- Substantive die auf -n, -tl, -ya, -chin enden tauschen dies für -meh
- Substantive die auf -tzin enden verdoppeln diese Silbe.
- In einigen Fällen wird der Plural dadurch gebildet, dass die erste Silbe verdoppelt wird und die Endung entfällt, z. B.: cocoyoc (Platz der Kojoten) aus "coyotl" und dem lokativen "c".
Wie für alle Regeln, gibt es auch hier Ausnahmen, auf die ich hier aber nicht weiter eingehe.
Interrogativpronomen
| canin? |
wo? |
| aquin? |
wer? |
| quen? |
wie? |
| quezqui? |
wieviel? |
| tlen? |
was? |
| |
|
|
Die Zahlen von 1 bis 10
| 1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
| ce |
ome |
eyi |
nahui |
macuilli |
chicuazen |
chicome |
chicueye |
chicnahui |
matlactli |
Das Wort ca bedeutet so viel wie sein.
| Beispiel 3: |
Nehuatl nicualli. |
- Ich bin gut. |
Beispiel 4: |
Nehuatl nican ca. |
- Ich bin hier. |
Wie man hier bemerkt taucht ca in Beispiel 3 gar nicht auf, d.h., dass es nicht immer notwendig ist, auch wenn im Deutschen an der betreffenden Stelle sein stehen muß.

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